header

Truchsess von Rieneck

Wappen und Geschichte

Der Name Truchsess von Rieneck stammt vom Amt des Truchsess, der die Verantwortung über die Tafel und die Hofverwaltung innehatte. Häufig hat der Name im Zusatz den Ort der Tätigkeit oder den Stammesnamen. Änderungen im Namen, etwa die Weglassung des Zusatzes, kommen im Laufe der Zeit vor und erschweren die Erforschung der Familiengeschichte.

Wappen

Blasonierung

Heraldische Beschreibung nach Heideloff:

Bruchstück eines schwarzen Rades mit 2 Speichen in silbernem (nach Anderen goldenem) Felde. Helmzier: ein geschlossener, von Schwarz und Silber schräg getheilter Adlerflug. Decken schwarz und silbern. [45, S. 27]

Eine moderne heraldische Beschreibung des Wappens von Randersacker lautet:

Das Wappen zeigt in Gold ein schwarzes Radviertel. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein schräg von Schwarz über Silber geteilter Flug. [65]

Vermutlich änderten die Truchsess von Rieneck nach der Trennung von der Familie von Randersacker die Farbe des Schildes von Gold zu Silber.

Abweichende Wappendarstellung und das Wappen der Familie von Randersacker

Darstellung des Wappen der Truchsessen von Rieneck mit Radhälfte Zum Vergrößern klicken
Truchsess von Rieneck
Darstellung des Randersacker-Wappens von Ingeram Zum Vergrößern klicken
Ingeram – von Randersacker

Das Bild links zeigt eine Ausnahme des Wappens der Truchsessen von Rieneck, die von den üblichen Blasonierungen abweicht: Statt der zwei Speichen und des Radsegmentes oder des Radviertels wird die gesamte obere Hälfte eines Rades mit fünf von acht Speichen gezeigt. Das Bild rechts zeigt das Wappen der Familie von Randersacker mit dem goldenen Schild nach Ingeram aus dem Codex Cotta.

Das Wappen der Truchsessen von Rieneck am Fries der Ritterkapelle

Das Wappen der Truchsessen von Rieneck befindet sich im vierten Abschnitt des Wappenfrieses, in der ersten Reihe das vierte Wappen von rechts. Als Abschnitt wird dabei jeweils der zwischen zwei Strebepfeilern liegende Teil des Frieses bezeichnet. Die Abschnitte werden im Gegenuhrzeigersinn gezählt, beginnend mit dem westlichen Abschnitt der Südseite.

Ausschnitt des Wappenfrieses der Ritterkapelle Haßfurt mit dem Truchsess von Rieneck-Wappen Detailaufnahme auf ars-heraldica.de
Truchsess von Rieneck-Wappen (erste Reihe, viertes Wappen von rechts)

Das Wappen erscheint hier in der silbernen Variante und stammt somit aus der Zeit nach der Trennung von der Randersacker Linie.

Geschichte

Heideloff zählt etwa 40 Familien mit dem Namen Truchsess im Deutschen Reich, einschließlich der ausgestorbenen Familien. Diese Zahl muss nach heutigem Kenntnisstand deutlich nach oben korrigiert werden. Die Truchsessen von Rieneck waren ursprünglich eines Stammes mit den Familien von Randersacker und von Sande. Sie hatten das Truchsessamt beim Grafen von Rieneck inne.

Beschrifteter Epitaph des Ritters Philipp Truchsess von Rieneck in der Stadtpfarrkirche Lohr am Main Zum Vergrößern klicken
St. Michael, Lohr
Epitaph des Ritters Philipp Truchsess von Rieneck mit Wappen in der Stadtpfarrkirche Lohr am Main Zum Vergrößern klicken
Philipp Tr. v. Rieneck

Heideloff vermutete, dass das Geschlecht bereits 1223 ausgestorben war. [45, S. 27] Dies ist jedoch unrichtig: Es existiert ein Epitaph des Ritters Philipp Truchsess von Rieneck († 14. Juli 1497) in der Stadtpfarrkirche St. Michael in Lohr am Main (Bayern). Die Inschrift lautet:

Anno d(o)m(ini) mcccclxxxxvii (1497) Ja(h)r auf Donnerstagk nest nach San(k)t Kilians des heiligen Bischofs Tag starb der e(h)rbar(e) und veste Philip Tru(ch)ses(s) vo(n) Ri(e)neck de(m) Got(t) g(nad). [66]

Links vom Kopf sieht man das Wappen der Truchsessen von Rieneck, rechts das Wappen der Ehefrau aus dem → Grumbachschen Geschlecht: der schreitende Mohr mit drei Blumen.

↑