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Maria in der Strahlenglorie

Chorfenster von Carl Alexander von Heideloff

Entwurf und Ausführung

Mit dem Chorfenster „Maria in der Strahlenglorie“ erhielt der Innenraum der Ritterkapelle unter Carl Alexander von Heideloff seine einzige wesentliche Veränderung. Entworfen auf Karton von Heideloff, finanziert von König Maximilian II. von Bayern, wurde es 1862/1863 von der Nürnberger Glasmalerfamilie Kellner ausgeführt. [3, S. 67f.]

Ritterkapelle Haßfurt - Entwurf zum Chorfenster 'Maria in der Strahlenglorie' von 
                                                                                                                                       Carl Alexander von Heideloff Zum Vergrößern klicken
Entwurf 'Maria in der Strahlenglorie'

Nach Augenzeugenberichten war der gesamte Chor bei Sonnenaufgang in blaues Licht getaucht.

Zerstörung

Die Zerstörung des Chorfensters am 3. April 1945 ist – laut Main-Post – durch einen Tagebucheintrag des damaligen Haßfurter Pfarrers Johannes Kötzner belegt:

Am Abend des Osterdienstags (3. April) fielen Bomben auf die Bahn in der Nähe des Bahnübergangs zur Hofheimer Straße. Ein Soldat wurde getötet. Viele Fenster zersprangen, so auch das schöne Genregemälde Maria Darstellung im Chor der Ritterkapelle. Es wurde vollständig in den Chor hingeworfen ….

Die beiden benachbarten Chorfenster, dem Hl. Christopherus und dem Hl. Georg gewidmet, wurden ebenfalls zerstört. [43]

Das heutige Marienfenster

1949 wurde das heutige Marienfenster eingesetzt. Der Münchner Künstler und Grafiker Max Lacher hat es entworfen, ausgeführt hat es die ebenfalls in München ansässige Mayer'sche Kunstanstalt.

Heutiges Marienfenster der Ritterkapelle Haßfurt Zum Vergrößern klicken
Das heutige Marienfenster
Ritterkapelle Haßfurt - Ausschnitt des heutigen Marienfensters auf ritterkapelle.de Detailaufnahme auf ritterkapelle.de
Marienfenster: Ausschnitt

Auf den Bildern ist eine übergroße Schutzmantelmadonna im Zentrum mit dem Jesuskind zu sehen. Unter dem Mantel suchen Schutz: Links Altchronist Josef Kehl und Stadtpfarrer Johannes Kötzner sowie ein Ministrant, rechts eine Ordensfrau mit einem Kommunionkind. Darunter befinden sich drei Fenster mit Motiven um die Geburt Jesu: Verkündigung, Geburt und Verehrung des Kindes. Eingerahmt werden diese Darstellungen von Wappen von Persönlichkeiten mit Bezug auf die Ritterkapelle.

Finanziert haben das Fenster neben Haßfurter Bürgern die vier Familien Mölter, Müller, Hiernickel und Hart. Die angesammelten 10.000 D-Mark wurden allerdings in der Währungsreform 1948 fast vollständig entwertet, so dass Kirchensammlungen zur Finanzierung durchgeführt werden mussten.

Der Haßfurter Modellbauer Walter Kestler stellte in monatelanger Arbeit eine maßstabgerechte Kopie des Fensters her. [43]