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Der Dreißigjährige Krieg

Haßfurt und die Ritterkapelle (1618 - 1648)

Folgen für Haßfurt

Haßfurt war kein zentraler Schauplatz des Dreißigjährigen Krieges, sondern diente vor allem als Durchzugs- und Rückzugsgebiet schwedischer und kaiserlicher Truppen sowie ihrer Verbündeten. Haßfurt musste in der Folge Einquartierungen und Zwangsabgaben, Plünderungen und Brandschatzungen, Hungersnöte und Pest erdulden. Im Oktober 1632 wurde die Mainbrücke von schwedischen Truppen in einer Strafaktion niedergebrannt. Erst 1866 erhielt Haßfurt eine neue Brücke. [1]

Die sagenhafte Rettung der Ritterkapelle

Josef Kehl berichtet in seiner Chronik über den Überfall der Obersten Nassau und Öhm mit ihren Weimarer Truppen im Jahre 1641:

Schon am 16. Februar stund der Feind vor den Toren, brannte die wenigen Häuser in der oberen und unteren Vorstadt nieder und belagerte Kirchhof und Städtchen. Die Brandfackeln flogen. Dem Kirchnerhaus gleich sollte die Ritterkapelle in Flammen aufgehen. Da habe Oberst Nassau, so berichtet die Sage, sein Wappen dort am Kirchenchor entdeckt und den Brandlegungen Einhalt geboten. [1, S. 96]
Ritterkapelle Haßfurt - Wappenfries mit Nassauer Wappen Nahaufnahme Nassu-Wappen auf ars-heraldica.de
Wappenfries mit Nassauer Wappen (zweite Reihe, zweites Wappen von rechts)
Nassauer Wappen mit goldenem Löwen
Wappen der Nassauer

Heraldische Beschreibung des Wappens von Nassau:

Im blauen, mit goldenen Schindeln bestreuten Schild ein goldener rotbewehrter Löwe ...[2]

Es befindet sich im Fries des nordöstlichen Abschnitts des Chores.

Widersprüchliche Quellen

Zu den oben genannten "Brandlegungen" gibt es eine interessante widersprechende Aussage von Nikolaus Reininger:

Im J. 1641 standen die weimarischen Truppen vor Haßfurt. Die obere Vorstadt wurde von den Bürgern angezündet und eingeäschert, um dadurch dem Feinde Abbruch zu thun. [7, S. 18]

Kehl, der Reiningers Schrift nachweislich kannte, änderte ohne jede Begründung dessen Aussage ab, Haßfurts eigene Bürger hätten die Vorstadt angezündet. Da Kehl "die wenigen Häuser in der oberen und unteren Vorstadt" nennt, Reininger hingegen ausdrücklich nur die "obere Vorstadt", könnte Kehl mehrere Ereingnisse zusammengefasst haben. Unterlagen im Stadtarchiv könnten den Sachverhalt vereinfacht oder aus Lokalpatriotismus falsch dargestellt haben.

Welche der beiden Darstellungen eher den Tatsachen entspricht, lässt sich ohne zusätzliche Quellen nicht entscheiden.