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Lichtenstein

Wappen und Geschichte

Die Familie Lichtenstein oder Liechtenstein war ein Adelsgeschlecht aus dem Ritterkanton Baunach. Familiensitz war die gleichnamige Burg in Lichtenstein (Pfarrweisach) im Landkreis Haßberge. Die Familie muss von anderen Adelsfamilien gleichen Namens, insbesondere vom Fürstenhaus Lichtenstein, unterschieden werden.

Wappen

Heideloff gibt folgende heraldische Beschreibung:

Schild von Silber und Roth mit dem Kerbschnitt geviertet. Helmzier: zwei rothe Büffelhörner, mit silbernen Straußenfedern besteckt. Decken roth und silbern. [45, S. 6]

Eine moderne Beschreibung lautet:

Geviert von Rot und Silber im Zahnschnitt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwei rote Büffelhörner, außen mit je fünf silbernen Straußenfedern besteckt. [59]
Ausschnitt des Wappenfrieses der Ritterkapelle Haßfurt mit dem Lichtenstein-Wappen Detailaufnahme auf ars-heraldica.de
Lichtenstein-Wappen (zweite Reihe, zweites Wappen von links)
Lichtenstein-Wappen mit Helmzier als Chorschlussstein in der Ritterkapelle Haßfurt; Zeichnung von Heideloff Zum Vergrößern klicken
Lichtenstein-Wappen bei Heideloff

Das Lichtenstein-Wappen befindet sich im 1. Abschnitt des äußeren Wappenfrieses, das ist der westliche Abschnitt der Südseite der Ritterkapelle. Es gehört außerdem zu den 25 Wappen, die die Gewölbeschlusssteine im Chor zieren. Heideloff ordnet sie dem engeren Kreis der Stifterfamilien zu. [45]

Geschichte [59]

Burgstall Teufelsstein

Die Lichtenstein sind wahrscheinlich Nachkommen der Edelfreien von Stein, die ihren Sitz im Burgstall Teufelsstein hatten. Die ehemalige Felsenburg Teufelsstein war strategisch ungünstig angelegt, da sie von höher gelegenen Punkten beschossen werden konnte. Sie liegt etwa 500 Meter von Burg Lichtenstein entfernt.

Haßberge – Burgstall Teufelsstein Zum Vergrößern klicken
Haßberge – Burgstall Teufelsstein
Haßberge – Burgstall Teufelsstein: Aussicht vom Felsen Zum Vergrößern klicken
Teufelsstein – Aussicht

Burg Lichtenstein

Um 1200 teilte sich das Geschlecht: Die Lichtensteiner Linie mit Stammsitz Burg Lichtenstein und die Altensteiner Linie mit Stammsitz Burg Altenstein. Beide Burgen wurden erstmals 1232 urkundlich erwähnt.

Burg Lichtenstein befand sich wie Burg → Rotenhan im Einflussgebiet der konkurrierenden Hochstifte Würzburg und Bamberg. Tayno von Lichtenstein musste sich im Jahre 1257 dem Hochstift Bamberg unterwerfen.

Haßberge – Südburg Lichtenstein bei Pfarrweisach Zum Vergrößern klicken
Haßberge – Südburg der Burg Lichtenstein
Haßberge – Ruine der Nordburg Lichtenstein bei Pfarrweisach Zum Vergrößern klicken
Burg Lichtenstein – Ruinen der Nordburg

Später wurde Burg Lichtenstein als Ganerbenburg in vier Bereiche unterteilt. Viele Familienmitglieder waren Dienstmannen des Hochstifts Würzburg. Zwölf Mitglieder dienten dem Hochstift als Domherren.

Ulrich von Lichtenstein

Traurige Berühmtheit erlangte der Coburger Hofjunker Ulrich von Lichtenstein. Mithilfe des Hypnotiseurs und Alchimisten Girolamo Scoto verführte er 1593 die Herzogin Anna von Sachsen, die Gattin Herzog Johann Casimirs von Coburg-Sachsen. Er wurde mit ewigem Gefängnis bestraft. [45, S. 6] In dem Verfahren wurde zum ersten Mal in der Geschichte eine mittels Hypnose begangene Tat dokumentiert. Nach 40 Jahren Hausarrest verstarb Ulrich von Lichtenstein in einem Coburger Stadtturm, der später nach ihm "Lichtensteinturm" genannt wurde. [60]

Coburg – Lichtensteinturm an der Casimirstraße Zum Vergrößern klicken
Coburg – Lichtensteinturm
Coburg – Lichtensteinturm (Seitenansicht) Zum Vergrößern klicken
Seitenansicht

Das Ende der Lichtenstein

Das Geschlecht der Lichtenstein erlosch 1845 mit Karl August von Lichtenstein zu Lahm im Mannesstamm. Der bis heute erhaltene Südteil der Burg Lichtenstein wird von der Familie → Rotenhan bewohnt.

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